Technische Indikatoren

Diese Indikatoren sind Instrumente zur Aktienanalyse, die einen bestimmten Verlauf oder eine Entwicklung anzeigen sollen. Dabei wird grundsätzlich nur auf unmittelbare Börsendaten zurückgegriffen. Zum Ziel der technischen Indikatoren gehört es, auf mechanischem Wege zum Beispiel Kauf- und Verkaufssignale anzuzeigen, zu denen unter anderem das Momentum, die Advance- Decline- Linie, die gleitende Durchschnittslinie oder das On- Balance- Volumen gehören.

TecDAX

Der TecDAX ist der Nachfolger des Nemax 50, dessen Berechnung zum Ende des Jahres 2004 eingestellt wurde. Er ist der Index für die 30 größten Technologieaktien im Prime Standard unterhalb der DAX-Titel. Er startete im März 2003 und wird als Kurs- und Performance-Index berechnet. Seine Zusammensetzung wird halbjährlich geprüft und zum März und September angepasst. Besondere Kriterien für die Gewichtung seiner Aktien sind der Börsenumsatz und die Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes oder Free Float. Wenn ein Unternehmen bei Überprüfung dieser Kriterien nicht mehr zu den 45 größten zählt, kann es aus dem Index entfernt werden. Das gleiche gilt natürlich in umgekehrter Reihenfolge auch.

Technische Analyse

Die technische Analyse wird auch als Chartanalyse bezeichnet. Mit ihr kann der Analyst aus dem vergangenen Kursverlauf eines Wertpapiers auf dessen wahrscheinliche, künftige Entwicklung schließen und Kaufsignale frühzeitig erkennen. Sie ist neben der fundamentalen Analyse die zweitübliche Methode der Aktienkursprognose. Dabei stützt sie sich nicht auf gesamtwirtschaftliche und unternehmensspezifische Daten sondern auf Aktienkurse und Handelsumsätze. Damit soll der geeignete Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt für einen Einzelwert, eine Aktie, ermittelt werden. Grundannahmen hierfür sind, dass alle Kurs beeinflussenden Faktoren schon im Kurs abgebildet sind, die Marktsituation reflektieren aber nicht beeinflussen. Kurse folgen ihren Trends solange, bis ein Signal zur Trendumkehr erfolgt. Kursverlaufsmuster wiederholen sich.

Factoring

Unter diesem Begriff versteht man den laufenden Ankauf von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine so genannte Factoring -Gesellschaft. Factoring heißt ins Deutsche übersetzt nichts anderes als Finanzierungsgeschäft. Damit können sich Unternehmen beispielsweise Liquidität verschaffen. Von großer Wichtigkeit beim Factoring ist ebenfalls die Übernahme des Ausfallrisikos durch die Factoring Gesellschaft sowie die Übertragung des Inkasso- und Mahnwesens.

TBI

Der Trendbestätigungsindikator (TBI) untersucht das Verhältnis zwischen zwei gleitenden Durchschnitten. Der so genannte gleitende durchschnitt (GD) stellt dabei den Durchschnittskurs einer Aktie in einem bestimmten Zeitraum dar. Er wird bei jeder neuen Kursinformation überarbeitet, neu berechnet und als graphische Linie in unterschiedlichen Periodenlängen dargestellt. Durch die anschließende Division der kurzen (z.B. 38 Tage) Spanne durch den langen gleitenden Durchschnitt (z.B. 200 Tage) erhält man ein Ergebnis das um den Wert 1 bzw. 100 schwankt. Die Aussagefähigkeit dieses Indikators entspricht also der von gleitenden Durchschnitten.

Exotische Papiere

Schon der ungewöhnliche Name verrät, dass es sich hierbei um Konstrukte von Optionsscheinen oder anderen Hebelprodukten handelt, die ein äußerst spekulatives Element darstellen. Emittenten kreieren immer neue und interessante Produkte um den steigenden Anforderungen der Investoren zu begegnen. Um der entsprechenden “Exotik” gerecht zu werden, erfindet man so klangvolle Bezeichnungen wie Knock-ins, Hamster-, Chooser- sowie Turbo-Optionsscheine. Auch Click-Optionen gehören zur phantasievollen Namensgestaltung dieser hochspekulativen Papiere. Dabei stehen die überproportional hohen Chancen auf entsprechende Kursgewinne natürlich auch überproportionalen Risiken, ja sogar einem Totalverlust gegenüber.

Talon

Der Talon ist ein Erneuerungsschein für Zins- und Dividendenkupons, eine so genannte Wertpapierurkunde. Dabei ist der eigentliche Talon als letzter Abschnitt auf dem Kuponbogen zu finden. Wenn alle Zins- und Dividendenscheine eingelöst worden sind, erhält der Inhaber des entsprechenden Wertpapiers gegen Vorlage seines Talons einen neuen Bogen. Werden die Wertpapiere von einer Depotverwaltung beaufsichtigt und verwaltet, wird der neue Bogen automatisch von der Bank des Wertpapierinhabers angefordert und bereitgestellt.

Exit

Exit ist der Ausstieg eines Finanzinvestors aus einer Beteiligung was einfach gesagt bedeutet, dass sich der Investor aus dem Unternehmen zurückzieht. Dazu stehen ihm vier verschiedene Möglichkeiten offen. Zum einen gibt es das Buyback, bei dem Altgesellschafter die Anteile des Investors zurückkaufen oder das Trade-Sale, bei dem die Beteiligung an ein Industrieunternehmen gleicher Branche verkauft wird. Als drittes kann eine andere Kapitalbeteiligungsgesellschaft diese Beteiligung übernehmen was man “Secondary Purchase” nennt und zu guter Letzt steht noch der Börsenverkauf oder Going Public offen.

Tankan-Report

Der Tankan- Report ist ein Bericht der japanischen Notenbank, der sich mit der Situation und der Erwartung von Firmen in den folgenden drei Monaten beschäftigt. Es wird hier ein Saldo erstellt zwischen Firmen mit optimistischem Ausblick und denen, die sich eher pessimistisch zeigen. Ein festgestellter negativer Wert bedeutet in diesem Fall auch eine negative Konjunktureinstellung. Diese Art der Einschätzung zählt in Japan zu den Wichtigsten und hat dabei häufig direkten Einfluss auf die Kursentwicklung. Man kann ihn durchaus mit dem deutschen IfO- Index vergleichen.

Euroclear

Dieses System wurde im Jahre 1968 von der Morgan Guaranty Trust Co. In Brüssel speziell für internationale Wertpapiertransaktionen gegründet. Euroclear betreibt heute die Zentralverwahrungsstellen für Wertpapiere in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Irland sowie natürlich den internationalen Zentralverwahrer Euroclear Bank in Brüssel.

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