Innerer Wert

Der eigentliche Wert einer Aktie, der meist als Ertragswert oder Substanzwert bezeichnet wird, ist der innere Wert einer Aktie. Dabei schließt dieser Ertragswert bereits die Kapitalisierung künftiger Erträge ein. Der Substanzwert wird aus dem Buchwert, also dem bilanzierten Nettovermögen, sowie den stillen Reserven geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien errechnet. Der innere Wert einer Option errechnet sich dabei aus der positiven Differenz von Basiswert und Kassapreis des Basiswertes. Das bedeutet, ein Optionsschein hat bei einem “Call” einen inneren Wert, wenn der Basispreis unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegt. Bei einem sogenannten “Put” muss der Basispreis über dem Kurs des Basiswertes liegen.

Minusankündigung

Hierbei wird durch den Kursmakler eine meist beträchtliche Veränderung des Kurses der vorliegenden Aufträge bekanntgegeben, also mit einem Verlust gerechnet werden muss. Daraufhin haben die Händler nun noch Zeit zu reagieren um einen geringeren Kursausschlag zu erreichen. Bei Ausschlägen nach oben macht der Makler eine Plusankündigung. Es gibt eine ein-, zwei- und dreifache Minusankündigung. Das einfache Minus wird bei einer Veränderung von 1,5 bis 3% des Nennwertes bei Renten angebracht. Bei Aktien sind es 5 bis 10% des Kurswertes des Vortages. Ein Doppelminus ergibt sich bei über 3% bei Renten und bis zu 20% bei Aktien. Erhöht sich dieser Wert noch mehr, wird ein Dreifachminus angekündigt.

Hauptversammlung

Diese Bezeichnung steht für die Versammlung aller Teilhaber einer Aktiengesellschaft und ist damit ihr oberstes Beschlussorgan. Sie ist das Organ einer Aktiengesellschaft, in der die Aktionäre ihre Rechte ausüben. Jeder Aktionär ist dabei zur Stimmabgabe berechtigt. Er kann bei eventueller Abwesenheit auch seine Depotführende Bank beauftragen, seine Interessen zu vertreten. Die wichtigsten Befugnisse der Hauptversammlung sind die Bestellung des Aufsichtsrates, der wiederum den Vorstand bestimmt. Zudem entscheidet die Hauptversammlung über die Gewinnverteilung und über weitere Kapitalmaßnahmen. Hierbei ist eine Zustimmung von 75% aller Anwesenden bei der Beschlussfassung erforderlich. Bei diesem Zusammentreffen, dass in der Regel einmal jährlich stattfindet, berichtet der Vorstand ebenfalls über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Vorbörse

Bei der Vorbörse werden, wie der Name schon sagt, Wertpapiere vor der Eröffnung der Börse gehandelt. Das geschieht meist zwischen Banken per elektronischem Informationssystem, beispielsweise telefonisch oder fernschriftlich. Der Handel findet hierbei außerdem ohne Börsenaufsicht statt. Zudem werden die dort ausgehandelten Kurse nicht offiziell notiert. Beim vorbörslichen Handel zeichnen sich oftmals im Vorfeld schon erkennbare Prognosen und Kurstendenzen ab, die Schlüsse auf das Hauptgeschäft zulassen. Deshalb kann die Vorbörse auch als guter Indikator für voraussichtliche Tagestendenzen angesehen werden. Die Vorbörse wird auch Telefonverkehr genannt.

Bestens-Auftrag

Bei einer Verkaufsorder für Wertpapiere bedeutete der Zusatz -Bestens-, dass der Auftrag ohne Mindestbetrag, also ohne Limit, ausgeführt werden soll. Hier wird die Aktie zum bestmöglichen Tageskurs verkauft. Diese Order kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine oder mehrere Aktien unbedingt verkauft werden sollen. Allerdings wird diese Transaktion von dem Risiko begleitet, dass der Aktienkurs am Ausführungstag drastisch sinken kann. Im Gegensatz dazu spricht man bei einer unlimitierten Kauforder von -Billigst-.

GTC - Auftrag

Der GTC - Auftrag ist ein Börsenauftrag, der bis einschließlich eines angegebenen Datums seine Gültigkeit erhält (good-till-cancelled). Im englischen Sprachgebrauch bezeichnet man damit eine Order, die bis auf Widerruf gültig ist und bleibt dabei so lange im System, bis er entweder ausgeführt oder annulliert worden ist. Die GTC - Order behält 60 Tage ihre Gültigkeit, aber mindestens solange bis die Konditionen erfüllt sind.

Chartanalyse

Diese Analyse untersucht ganz speziell Kursverläufe und Verkaufsformationen von sogenannten Charts oder anders ausgedrückt, der grafischen Darstellung einer Kursentwicklung. Durch diese Untersuchung und Auswertung versucht man, verwertbare Aussagen über künftige Kursentwicklungen eines bestimmten Wertpapiers zu erhalten. Der erfahrene Chartanalytiker versucht unter Berücksichtigung von Widerstands- und Unterstützungszonen sowie Durchschnittslinien andere typische Kursinformationen zu finden, um den günstigsten Zeitpunkt für einen Kauf oder auch Verkauf zu ermitteln. Wenngleich die Relevanz der Chartanalyse auch nicht eindeutig nachgewiesen ist, so wird sie doch bei einer großen Zahl von Anlegern als wichtig und hilfreich angesehen. Deshalb sollte die Chartanalyse bei den eigenen Dispositionen durchaus berücksichtigt werden.

Großaktionär

Wie der Name bereits vermuten lässt, besitzt ein Großaktionär eine entsprechend große Anzahl an Aktien am Grundkapital einer Gesellschaft und hat damit auch einen maßgeblichen und mitbestimmenden Einfluss etwa bei der Abstimmung und Entscheidung der Hauptversammlung. Großaktionäre sind in der Regel meist an mehr als nur einer Gesellschaft beteiligt und besitzen zudem infolge ihres Stimmrechts oft einflussreiche Funktionen im Aufsichtsrat oder Vorstand der entsprechenden Unternehmen.

Kapitalertragssteuer (KESt)

Die Kapitalertragssteuer stellt seit der Steuerreform von 1925 eine Form der Einkommenssteuer dar und stammt zum Beispiel aus Erträgen von Aktien, Genussscheinen oder GmbH-Anteilen und ist an das Finanzamt zu entrichten. In Ausnahmefällen kann durch Erteilung eines Freistellungsauftrages oder durch Vorlage einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung vom Kapitalertragssteuerabzug abgesehen werden. Sie beträgt 20 % unter anderem bei Gewinnanteilen (Dividenden) aus Aktien und Anteilen an GmbH’s und Genossenschaften. 35 % beträgt die Steuer etwa bei Anleihen wie Bundesschatzbriefen, Kommunal- und Industrieobligationen, Pfandbriefen, Bankschuldverschreibungen oder ähnlichem.

Warenterminkontrakt

Dieser Terminkontrakt steht auf Waren und Güter und seine Notierung ist generell vom physischen Angebot und der Nachfrage abhängig. Es existieren weltweit 47 Warenterminbörsen, auf denen Termingeschäfte über mengen- und qualitätsmäßig standardisierte Naturprodukte und Waren abgeschlossen werden. In Europa sind diese beispielsweise in Amsterdam, Paris und London zu finden. Seit 1998 hat auch Deutschland eine derartige Terminbörse und zwar in Hannover. Die wohl älteste und gleichzeitig umsatzstärkste Börse dieser Art ist die Chicago Board of Trade und sie besteht bereits seit 1848.

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