ADR

American Despository Receipts (Hinterlegungsscheine für nichtamerikanische Aktien) werden an der amerikanischen Börse stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt und verbriefen dementsprechend das Eigentum an diesen Aktien. Sie werden von den Kreditinstituten ausgestellt, die diese Aktien in Verwahrung haben. Sie erleichtern, verbilligen und beschleunigen den Handel. Auf diese Weise ist auch das normalerweise übliche Zulassungsverfahren der Börsenaufsicht nicht notwendig. Für deutsche Gesellschaften wie etwa SAP, Daimler Chrysler oder BASF, besteht der Hintergrund einer solchen Notierung in der Erschließung neuer Finanzierungsquellen an der US-Börse.

Kurs

Als Kurs bezeichnet man den an der Börse festgestellten Marktpreis für Wertpapiere, Devisen, Produkte oder Dienstleistungen. Dabei gründet sich die Feststellung des Wertes auf deren Angebot und Nachfrage an der Börse. Bei Wertpapieren kann der Kurs als Preis pro Stück oder sogenannte Stücknotierung angegeben werden oder als Prozentsatz vom Nennwert, der sogenannten Kursnotierung. Bei Devisen gibt es jeweils einen Preis für eine Einheit oder für 100 Einheiten und bei Waren oder Produkten für eine festgelegte Menge, zum Beispiel eine Tonne. Je nach dem Zeitpunkt der Erfüllung eines bestimmten Geschäftes unterscheidet man zwischen Kassakurs und Terminkurs. Dabei wird die amtliche Festsetzung der Kurse von Kursmaklern nach entsprechend festgelegten Regeln durchgeführt.

Dividende

Der Gewinnanteil einer Aktiengesellschaft wird in Deutschland einmal im Jahr und in den USA vierteljährlich an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Höhe des Anteils wird im Rahmen der Hauptversammlung festgelegt und ist generell von der Ertragskraft, der Konjunktur und der Dividendenpolitik des Unternehmens abhängig. Dabei ist die Dividende außerdem für alle Aktien eines Unternehmens, die der gleichen Gattung angehören, z.B. die Vorzugsaktie, gleich hoch. Die Zahlung erfolgt gegen Einreichung des Coupons. Die meisten Unternehmen zahlen ihren Aktionären eine gleich bleibende Dividende, was in ertragsschwachen Phasen beruhigend auf die Anleger Einfluss wirken soll.

Korrelation

Unter der Korrelation versteht man eine statistische Messzahl zur Darstellung der Abhängigkeit unterschiedlicher Größen, etwa der Kursentwicklung einer einzelnen Aktie zur Gesamtkursentwicklung. Sie wird meist zur Beurteilung von künftigen Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen vom Futures herangezogen. Auch in der technischen Analyse wird die Korrelation zu Berechnung des Faktors Beta verwendet. Sie kann dabei Werte zwischen -1 und +1 annehmen. Dabei ist -1“ ein vollkommen entgegen gesetzter Zusammenhang (Einnahmen erhöhen sich etwa um 10% und Ausgaben vermindern sich um 10%), 0“ ist kein Zusammenhang und +1“ bedeutet einen vollkommen gleichgerichteten Zusammenhang (zum Beispiel Einnahmen und Ausgaben erhöhen sich um 10%). Bei dieser Art der Statistik können zwar gewisse Zusammenhänge festgestellt werden, doch muss es sich dabei nicht zwangsläufig um eine direkte Ursache- Wirkung- Beziehung handeln.

Hausse

Dieser Ausdruck kommt aus dem Französischen und beschreibt einen positiven Börsentrend mit nachhaltig steigenden Kursen. Das kann sowohl einzelne Bereiche als auch den Gesamtmarkt betreffen. Über einen längeren Zeitraum steigen der Werte der Aktienpositionen da Anleger und Investoren den Markt optimistisch einschätzen und Wertpapiere kaufen. Dementsprechend sind Hausse-Märkte auch Bullenmärkte (bull market) und sind durch anhaltend steigende Indizes gekennzeichnet. Das Gegenteil zur Hausse ist Baisse.

Dow-Jones-Index

Hiermit wird der Kursindex der New York Stock Exchange bezeichnet. Er ist vergleichbar mit dem europäischen DAX und wird gesondert für Industrie-, Transport-. Public Utilities- und Aktienwerte, sowohl als Gesamtindex für alle 65 berücksichtigten Titel berechnet. Er wurde 1896 von Charles H. Down als Börsenbarometer erfunden. Eigentlich heißt er -Dow Jones Industrial Index- und ist der bekannteste Index der Welt. In ihm sind die 30 wichtigsten US-Unternehmen enthalten. Das Medienunternehmen Dow Jones & Company berechnet den Index für die New York Stock Exchange.

Baisse

Dieser Begriff kommt aus dem Französischen und bezeichnet einen negativen Börsentrend mit nachhaltig fallenden Kursen, meist in allen Marktsegmenten. Hier sinken die Wertpapierkurse einzelner Bereiche oder des gesamten Marktes über einen mittleren bis längeren Zeitraum. Überdurchschnittliche Kursrückgänge werden auch als Kursrückschläge bezeichnet. Fälschlicherweise werden auch manchmal schwache Tagestendenzen voreilig als Baisse bezeichnet. Anleger sollten deshalb keine Panikverkäufe tätigen. Manchmal lohnt sich nämlich ein Zukauf in der Baisse zu besonders günstigen Werten. Das Gegenteil zur Baisse ist die Hausse.

MDAX

Mit diesem Kürzel bezeichnet man den Mid Cap-Index an der Deutschen Börse. Dieser Index setzt sich aus 50 liquiden Aktienwerten der zweiten Reihe zusammen und besteht aus allen Werten des DAX 100 (Prime Standard). Er steht auch ausländischen Unternehmen offen. Der Index wird analog zum DAX während der regulären Börsenzeit jede Minute sowohl als Performance- als auch als Kursindex berechnet. Die Zusammensetzung des MDAX wird zweimal im Jahr auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes durch den Vorstand der Deutschen Börse AG überprüft und kontrolliert.

Marktkapitalisierung

Diese Bezeichnung steht für den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens. Er wird errechnet, indem man die Anzahl der Aktien mit dem dazugehörigen Kurs multipliziert. Das so gewonnene Ergebnis stellt den Preis dar, den ein Käufer für sämtliche umlaufenden Aktien des Unternehmens bezahlen müsste. Dieser Wert ermöglicht auch Unternehmensvergleiche einer Branche.

Kommunalanleihe

Diese Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere und werden von Städten, Gemeinden oder Gemeindeverbänden am Kapitalmarkt begeben und dienen der Finanzierung entsprechender kommunaler Vorhaben. Als Sicherheit dienen hierbei das Vermögen und die Steuerkraft der Emittenten. Sie sind lombardfähig und mündelsicher, sowie zudem ein direktes Finanzierungsinstrument. Man versteht darunter auch Schuldverschreibungen einer Gebietskörperschaft, in der Regel einer Großstadt. Die meisten Unternehmens- und Kommunalanleihen können zudem auch vorzeitig getilgt werden.

Seiten: Vor 1 2 3 ...48 49 50 51 52 53 54 55 56 Zurück