Da eine Bilanz den tatsächlichen Wert der Vermögensgegenstände eines Unternehmens aufzeigen soll, muss auch die Wertminderung von Gebäuden, Maschinen oder anderen benötigten Wirtschaftsgütern sowie Forderungen und Kredite berücksichtigt werden. Hier hat man die Möglichkeit entweder den Aktivposten entsprechend niedriger zu bewerten (direkte Abschreibung) oder einen Gegenposten (Wertberichtigung) auf der Passivseite zu bilden (indirekte Abschreibung). Bei der Verschiedenartigkeit der Abschreibungsmethoden sind die lineare und die degressive Abschreibung am wichtigsten.
Eine Dividendenausschüttung erfolgt im Normalfall einmal jährlich nach Ablauf eines Geschäftsjahres. Die Abschlagsdividende ist eine Anzahlung dieser Ausschüttung an die Aktionäre, die der Vorstand zahlen darf, wenn das Unternehmen einen Gewinn erzielt hat. Dieser Abschlagszahlung muss der Aufsichtsrat allerdings zustimmen. In Deutschland sind Abschlagsdividenden eher nicht üblich im Gegensatz zur den USA, wo diese Möglichkeit häufig genutzt wird.
Asset Backed Securities sind mit Vermögenswerten (Asset) gesicherte oder unterlegte (Backed) Wertpapiere (Securities). Hier wird beispielsweise der Forderungsbestand eines Unternehmens oder Kreditinstitutes von einer speziellen, eigens dafür gegründeten Zweckgesellschaft treuhänderisch verwaltet. Die Aufgabe dieser Gesellschaft besteht dabei ausschließlich im Ankauf von Forderungs- oder Wertgegenständen und ihrer Refinanzierung durch die Emission oder Ausgabe von Wertpapieren, die durch den Forderungsbestand gesichert sind. Das spezielle Ziel der ABS ist es, bisher nicht liquide Vermögensgegenstände in festverzinsliche, handelbare Wertpapiere umzuwandeln.
Ab 2009 beginnt auf dem Deutschen Kapitalmarkt ein neues Besteuerungszeitalter. Am 1. Januar startet die Abgeltungssteuer. Diese Steuer beträgt einheitlich für alle Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne aus Wertpapieren sowie Aktien aus Fondanteilen, Anleihen und Optionsscheinen 25 Prozent. Da die Abgeltungssteuer eine so genannte Quellensteuer ist, geben künftig die Banken und Sparkassen 25 Prozent von allen Kapitalerträgen an das Finanzamt weiter. Für den Anleger bedeutet das eine einfachere Steuererklärung, denn seine Steuerschuld ist damit automatisch abgegolten und muss nicht mehr, wie bisher, auf der Steuererklärung angegeben werden. Zudem haben Anleger mit geringem Einkommen und damit niedrigerem Steuersatz als dem festgelegten Abgeltungssteuersatz die Möglichkeit, sich zukünftig freiwillig veranlagen zu lassen. Es wird dann eine so genannte Günstigerprüfung durchgeführt.
Dieser Begriff steht in Zusammenhang mit einer Kurslücke die entsteht, wenn der erste Aktienkurs über bzw. unter dem letzten Kurs des Vortages liegt. Es ist sozusagen eine Sprungstelle im Kursverlauf und bildet sich meist bei kurzzeitigen Unterbrechungen. Bei längeren Unterbrechungen können alle Marktteilnehmer die Aktie neu bewerten, was allerdings zu erheblichen Kurssprüngen führen kann. Es werden verschiedene Arten von Gap’s unterschieden. So gibt es zum Beispiel den gewöhnlichen Gap, der nur von geringer Bedeutung ist und keine konkreten Aussagen über den Kursverlauf zulässt. Des Weiteren gibt es Ausbruchgaps die am Ende eines Seitwärtstrends den Beginn stärkerer Kursbewegungen anzeigen. So genannte “Ausreißer” springen mühelos von einem Niveau zum nächsten und sind meist in der Mitte einer Trendbewegung angesiedelt. In den Balkencharts sind Gap’s gut zu erkennen.
Die Abzinsung ist ein spezielles Zinsrechnungsverfahren, durch welches der Barwert, also der Anfangs- oder Kapitalwert, aus dem Endbetrag bei gegebener Laufzeit und der üblichen Verzinsung errechnet werden kann. Diese Methode wird beispielsweise bei einem Sparbrief verwendet. Anstelle eines laufend verzinslichen Wertpapiers handelt es sich hierbei somit um einen die Zwischenzinsen zu seiner bestimmten Fälligkeit berücksichtigenden abgezinsten Titel. Hierbei werden die Zinsen erst am Ende der Laufzeit zusammen mit der Tilgung ausgezahlt.
Der sogenannte Leerverkauf rückt ganz besonders dann in den Mittelpunkt, wenn die Kurswerte nach unten gehen und dabei durch Spekulation eine Verschiebung der Vermögenswerte erfolgt. Deshalb gab es auch ein zwischenzeitliches Verbot für den Leerverkauf, wobei allerdings die Rechtslage von einem Land zum anderen unterschiedlich ausfallen kann. Beim Leerverkauf handelt es sich ganz speziell um Verkäufe von Wertpapieren, Devisen oder Waren im Kassa- und Termingeschäft, die sich noch nicht im Besitz des Verkäufers befinden. Man leiht sich also ein Wertpapier, zahlt dafür eine Leihgebühr in der Hoffnung, dass der Wert des Papiers fällt. Das Ziel dieser Aktion besteht somit darin, dieses Wertpapier oder auch eine Ware später billiger zu erwerben und damit natürlich bessere Gewinne zu erzielen, die sich aus der Differenz von Kaufs- und Verkaufspreis ergibt (Differenzgeschäft).
Mit diesem Kürzel wird das Exchange Electronic Trading - das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse benannt. Xetra wurde im November 1997 eingeführt und ersetzt seit dieser Zeit den IBIS-Handel, weil es eine verbesserte Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz ermöglicht. Xetra- Teilnehmer kann jeder werden der Mitglied an der Deutschen Börse ist. Das System ermöglicht allen Investoren auch außerhalb der normalerweise üblichen Börsenhandelszeiten Geschäfte zu tätigen und zu kaufen oder zu verkaufen. Es werden hier Aktien und Optionsscheine gehandelt. Die Kursfeststellung erfolgt dabei aus einer Kombination von Auktions- und Market- Maker -Prinzip. Seit dem Jahr 1999 wird nahezu der komplette Börsenhandel über das elektronische Xetra- System abgewickelt.
Dieser Begriff, den man übrigens auch Portfolio nennt, beschreibt die Summe aller Vermögenswerte die ein so genanntes Wirtschaftssubjekt oder ein Kunde besitzt. Dazu gehören beispielsweise neben den Wertpapieren ebenso Edelmetalle und Grundstücke. Meist werden die Aktien und Wertpapiere eines Unternehmens von einer Bank in einen Depot verwaltet.
Der Aktienindex ist die Kennziffer, die die Entwicklung einer bestimmten Wertpapiergruppe zu einem festgelegten Zeitpunkt misst. Der bekannteste Deutsche Index ist der DAX. Aktienindizes werden börsentäglich von Banken, Börsen der Wirtschaftspresse und Finanzexperten berechnet, aktualisiert und publiziert. Mit ihnen werden bestimmte Marktsegmente, Themen und Trends abgebildet. Auswahlkriterien zur Aufnahmen in einen Aktienindex der Deutschen Börse sind der Börsenumsatz und die Marktkapitalisierung auf die Basis des Streubesitzes. Aktien eignen sich auf Grund ihrer Wertentwicklung besonders gut als Indikator für das Börsenklima, die Konjunktur und Entwicklung einzelner Branchen.